Prozess nach Brandanschlag auf linken Verein

Der Brandanschlag auf das Gebäude eines linksgerichteten Vereins in Limbach-Oberfrohna hat ab heute ein gerichtliches Nachspiel. Ein 20-Jähriger muss sich vor dem Amtsgericht Zwickau wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der mutmaßliche Neonazi soll gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten im November vorigen Jahres in das Vereinshaus eingestiegen sein und Gegenstände angezündet haben.

Angeklagter soll auch Polizisten beleidigt haben

Durch das Feuer brannte ein Raum des Vereinshauses völlig aus. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten vier Personen aus einem benachbarten Haus in Sicherheit gebracht werden. Dem Angeklagten drohen zehn Jahre Jugendhaft. Für die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Neonazi sind bis Ende September zunächst vier Termine eingeplant, zahlreiche Zeugen wurden vor das Jugendschöffengericht geladen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wird dem Angeklagten auch der Missbrauch einer Notrufnummer in drei Fällen vorgeworfen. Der Beschuldigte soll dabei Polizisten beleidigt und mit rechten Parolen belästigt haben.

In der Region Limbach-Oberfrohna gibt es seit längerem eine aktive Neonaziszene sowie Übergriffe und Auseinandersetzungen mit Linken. In dem linken Treff hatte die „Soziale und Politische Bildungsvereinigung“ ihren Sitz. Nach dem Brandanschlag war das mehrstöckige Haus verwüstet und nicht mehr nutzbar. Der linke Verein zog in ein neues Gebäude. Dort kam es Pfingsten dieses Jahres erneut zu heftigen Auseinandersetzungen mit Neonazis.

Quelle: http://www.mdr.de/dabei-ab-zwei/prozessbrandanschlag100_zc-f8e08636_zs-2346b3c0.html