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Nach Brandanschlag auf linken Verein: Neonazi zu Haftstrafe verurteilt

Ein 20-jähriger Neonazi wurde am Dienstag vor dem Amtsgericht Zwickau zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Ende vergangenen Jahres hat er einen linksalternativen Jugendtreff in Brand gesetzt. Der Mann gilt als Rädelsführer der rechten Szene in Limbach-Oberfrohna.

Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft dem Neonazi zehn Straftaten vorgeworfen, davon hätte die Hälfte einen eindeutigen politischen Hintergrund. Einem Artikel der „Freien Presse“ zufolge sah das Gericht neben der Brandstiftung auch die Vorwürfe der Körperverletzung, des mehrfachen Notrufmissbrauchs und die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen als erwiesen an.

Laut Staatsanwalt Jörg Rzehak gehöre Nico D. dem Umland von Chemnitz zu den Rädelsführern der „rechten Umtriebe“ in Limbach-Oberfrohna, durch die die Stadt zu einer traurigen Berühmtheit gekommen sei. In seinem Plädoyer hatte Rzehak zudem betont, dass es sich in Limbach-Oberfrohna um keine Bandenkriege handeln würde, in denen sich linke und rechte Jugendgruppen bekriegen. „Mir sind nur Geschehnisse bekannt mit Tätern aus dem rechten Milieu“, sagte der Staatsanwalt. Die Linken, die häufig als Zeugen aussagen müssten, seien bisher immer Opfer gewesen.

Der junge Mann war am 12. November letztes Jahres als Racheakt mit einer kleinen Gruppe von acht bis neun Personen zu dem Vereinshaus der Bildungsvereinigung an der Dorotheenstraße gezogen und hatte anschließend in den Räumen des Vereins Brand gelegt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall eine dreijährige Jugendstrafe gefordert, die Verteidigung eine maximal zweijährige Bewährungsstrafe. Richterin Simona Meyer und die Schöffen folgten mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren jedoch eher der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Jugendliche sei bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und habe eine Menge Straftaten in kurzer Zeit begangen, auch mit Verletzungsfolgen.

Vor Haftantritt könne der Jugendliche allerdings die Ausbildung zum Kraftfahrer im Betrieb seines Großvaters beenden. Zudem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig – die Verteidigung hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Quelle: http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=6513:brandanschlag&Itemid=410

Zweieinhalb Jahre Haft für Neonazi

Vor dem Amtsgericht Zwickau ist der 20-jährige Neonazi Nico D. zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Ihm wurde Brandstiftung, vorsätzliche Körperverletzung, der Besitz einer Schusswaffe, Missbrauch von Notrufen sowie das Verwenden von Nazisymbolen vorgeworfen.

Nico D. drang im November 2010 mit vier weiteren Mittätern in den alternativen Jugendclub „Soziale und Politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna“ ein und legte dort mit Hilfe von Spray und Brandbeschleunigern Feuer. Der Jugendclub brannte aus, zudem mussten vier Personen aus dem Nachbarhaus aufgrund der starken Rauchentwicklung evakuiert werden. Anschließend riefen die Angeklagten den Notruf der Polizei an und belästigten die Mitarbeiter mit rechten Parolen belästigt.
Staatsanwalt forderte drei Jahre Haft

Der Angeklagte wurde nach Jugendrecht verurteilt, neben seiner Haftstrafe muss er auch die Kosten Verfahrens tragen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert, die Verteidigung plädierte dagegen für eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Das hätte bedeutet, dass das Strafmaß maximal bei zwei Jahren gelegen hätte.

Panorama hatte über die Vorfälle in Limbach-Oberfrohna berichtet. Dort gibt es eine aktive rechte Szene, die immer wieder Jugendliche einschüchtert und terrorisiert.

Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/limbachoberfrohna103.html

MDR: Haftstrafe für Brandanschlag in Limbach-Oberfrohna

http://www.mdr.de/mediathek/suche/mediatheksuche102.html?q=Limbach-Oberfrohna

Freiheitsstrafe für rechten Brandstifter

Amtsgericht Zwickau hat einen 20-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt

Limbach-Oberfrohna. Nach der Brandstiftung in den Räumen des Bildungsvereines Limbach-Oberfrohna an der Dorotheenstraße hat das Amtsgericht Zwickau am Dienstag einen 20-jährigen Mann zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Neben der Brandstiftung sah das Gericht auch die Vorwürfe der Körperverletzung, des mehrfachen Notrufmissbrauchs und die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen als erwiesen an. Die Verteidigung will gegen die Entscheidung in Berufung gehen.

Aus Sicht von Staatsanwalt Jörg Rzehak gehört der junge Mann aus dem Umland von Chemnitz zu den Rädelsführern der „rechten Umtriebe“ in Limbach-Oberfrohna, durch die die Stadt zu einer traurigen Berühmtheit gekommen sei. Fünf der zehn Straftaten, die er dem 20-Jährigen vorwarf, hätten einen eindeutigen politischen Hintergrund, so Rzehak. Nachdem der Angeklagte am 12. November von einem seiner Opfer aus Notwehr mit Pfefferspray besprüht wurde, habe er per SMS zu einem Racheakt aufgerufen – und viele seiner Bekannten seien ihm zu einem Treffpunkt an einer Tankstelle gefolgt. Es sei erschreckend, wie groß und einsetzbar die Gruppe ist, sagte der Staatsanwalt. Die meisten Anhänger hätten allerdings Angst bekommen. Er sei dann mit einer kleinen Gruppe von acht bis neun Personen zu dem Vereinshaus der Bildungsvereinigung an der Dorotheenstraße losgezogen. Der Jugendliche hat dort den Brand in den Räumen des Bildungsvereins gelegt. Zudem soll er mehrfach Jugendliche angegriffen haben – einer von ihnen musste verletzt in ein Krankenhaus.

Suche nach Anerkennung

Rzehak malte ein trauriges Bild eines Jugendlichen, der erst im Berufsvorbereitungsjahr seinen Hauptschulabschluss nachgeholt und seine Lehre abgebrochen habe. Bei Familie und in seinen bisherigen Arbeitsstätten habe er keine Anerkennung gefunden und sich diese in der Gruppe verschaffen müssen. Der Staatsanwalt sagte dem Angeklagten ins Gesicht: „Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass 20 Prozent der Deutschen ausländische Wurzeln haben. Und das ist gut so. Wenn alle so national denken würden wie Sie, würde mir Angst um Deutschlands Zukunft werden.“

Verteidiger Alexander Held warf dem Staatsanwalt RespektloFsigkeit gegenüber dem Angeklagten vor und appellierte seinerseits auf eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten. Der Angeklagte habe damals eine schwierige Zeit durchgemacht und dessen Entschuldigung bei Opfern, die neue Ausbildung und seine Familie, die hinter ihm stehe, würden zeigen, dass er sich geändert und neue Perspektiven habe. Der Angeklagte selbst ergriff auch die Möglichkeit, sich zu äußern. Er entschuldigte sich erneut und sagte, dass er in Zukunft für seine Familie da und für sein Kind ein guter Vater sein wolle.

Richterin Simona Meyer und die Schöffen folgten eher der Forderung des Staatsanwaltes. Der Jugendliche sei bereits mehrfach vorher strafrechtlich in Erscheinung getreten und habe eine Menge Straftaten in kurzer Zeit begangen, auch mit Verletzungsfolgen. „Sie gehen mit erheblicher Brutalität vor“, betonte die Richterin. Positiv hervorzuheben sei, dass sich der Jugendliche geständig gezeigt und sich bei Opfern entschuldigt habe. Seine Version, er habe versucht, den von ihm gelegten Brand im Vereinshaus wieder mit einem Plastikeimer gelöscht zu haben, zweifelte Simona Meyer indes an. Dass Jugendstrafrecht angewendet wurde – der Angeklagte war zur Tatzeit 20 Jahre – begründete sie mit Persönlichkeitsdefiziten und jugendtypischen Verhalten, sich in den Mittelpunkt setzen zu wollen.

Gefahr des Rückfalls

Dass sie sich gemeinsam mit den Schöffen letztlich für eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahre entschied, begründete die Richterin mit den Worten: „Mit zwei Jahren wäre die erzieherische Einwirkung nicht möglich gewesen.“ Wegen hoher Rückfallgefahr wird die Freiheitsstrafe demnach nicht zur Bewährung ausgesetzt. Vor der Haftstrafe könne der Jugendliche allerdings die Ausbildung zum Kraftfahrer im Betrieb seines Großvaters beenden.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kann dagegen eine Woche lang in Berufung gehen, was der Verteidiger am Dienstag auf Anfrage ankündigte. Falls dessen Antrag abgelehnt wird, kommt der Verurteilte in die Jugendvollzugsanstalt Regis-Breitingen. Wenn das Verfahren bei der nächst höheren Instanz wieder aufgenommen werde, könne es sein, dass noch einmal alle Zeugen geladen werden, erklärt Gerichtssprecher Stephan Zantke. Der Prozess dauerte vier Verhandlungstage, mehr als 20 Zeugen wurden befragt.

In seinem Plädoyer schilderte Jörg Rzehak die Situation in Limbach-Oberfrohna auch generell. Er sei seit drei Jahren für die Region zuständig und könne nicht unterschreiben, dass es sich um Bandenkriege handeln würde, in denen sich linke und rechte Jugendgruppen bekriegen. „Mir sind nur Geschehnisse bekannt mit Tätern aus dem rechten Milieu“, sagte der Staatsanwalt. Die Linken, die häufig als Zeugen aussagen müssten, seien bisher immer Opfer gewesen.

erschienen am 27.09.2011 ( Von Christian Mathea )

Quelle: http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Freiheitsstrafe-fuer-rechten-Brandstifter-artikel7772989.php

Weitere Zeugen belasten Angeklagten

In einer Woche Urteil im Brandstifter-Prozess – Geständnis zu Einbrüchen
Von Bettina Junge

Zwickau/Limbach-Oberfrohna – Der Prozess gegen einen 20-jährigen mutmaßlichen Brandstifter aus einer Gemeinde bei Chemnitz steht kurz vor dem Abschluss. Gestern wurden im Amtsgericht Zwickau die letzten acht von insgesamt 22 Zeugen gehört. Der junge Mann ist wegen Diebstahls in mehreren Fällen, schwerer Körperverletzung und Brandstiftung angeklagt.

Der 20-Jährige, der der rechten Szene zugeordnet wird, soll gemeinsam mit Gleichgesinnten im November vorigen Jahres in das Vereinsheim der linken Bildungsvereinigung an der Dorotheenstraße in Limbach-Oberfrohna eingestiegen sein und dort ein Feuer gelegt haben. Dabei war laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von knapp 40.000 Euro entstanden.

Gestern wurden vor allem Zeugen zu den Garageneinbrüchen am Hohen Hain in Limbach-Oberfrohna gehört. Nachdem der Angeklagte bei ersten Vernehmungen eine Mittäterschaft abgestritten hatte, gab er gestern zu, dabei gewesen zu sein. Von allen Seiten beleuchtet wurde auch ein Vorfall nach dem Hexenfeuer am 30. April 2010. Dem Angeklagten wird vorsätzliche Körperverletzung und räuberischer Diebstahl vorgeworfen. Einem 21-Jährigen war das Handy entrissen, und er war geschlagen worden. Vorausgegangen war ein Streit unter mehreren Beteiligten. Ob es sich dabei um rechte oder linke Gruppierungen handelte, wurde gestern nicht erörtert.

Verlesen wurde das Vorstrafenregister des 20-jährigen Angeklagten: Diebstahl, Sachbeschädigung, Unterschlagung und vorsätzliche Körperverletzung. Zurzeit absolviert der junge Mann eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer.

Das Urteil wird am 27. September verkündet. Das zulässige Strafmaß für die dem Angeklagten vorgeworfenen Taten liegt bei bis zu zehn Jahren Jugendhaft.

Quelle: Freie Presse: 20.09.2011

BRANDSTIFTUNG

Gericht hört weitere Zeugen

Limbach-Oberfrohna – Mit der weiteren Vernehmung von sechs Zeugen ist gestern am Amtsgericht Zwickau der Prozess um den mutmaßlichen Brandstifter eines Vereinsheimes von Limbach-Oberfrohna weitergeführt worden. Seit Anfang September muss sich ein 20-jähriger Mann aus einer Gemeinde bei Chemnitz wegen Brandstiftung, schwerer Körperverletzung und Diebstahl in mehreren Fällen verantworten. Das bestätigte gestern Gerichtssprecher Stephan Zantke. Die Beweisaufnahme sei gestern fortgesetzt worden. Mindestens drei Zeugen seien ohne Entschuldigung oder mit nicht ausreichender Entschuldigung nicht erschienen. Gegen diese hat das Gericht Ordnungsmittel ergriffen. Das könnte ein Ordnungsgeld oder Ordnungshaft sein. Zwei Zeugen habe das Gericht bei deren Vernehmung ermahnt, dass sie die Wahrheit sagen müssen. Der Prozess wird am 19. September fortgesetzt. Sollte die Beweisaufnahme schneller erfolgen, könnte das Urteil bereits an diesem Tag fallen, so Zantke. Dem Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung sechs bis zehn Jahre Jugendhaft. (bj)

Quelle: Freie Presse 13.09.2011

Mutmaßlicher Brandstifter vor Gericht

Ein Vereinsheim in Limbach-Oberfrohna ist im November 2010 angezündet worden. Dem Angeklagten wird seit gestern am Amtsgericht Zwickau der Prozess gemacht.
Von Christian Mathea

Limbach-Oberfrohna – 35 Zeugen, fünf angesetzte Prozesstage und ein Angeklagter. Staatsanwalt Jörg Rzehak brauchte gestern fast zehn Minuten im Saal 3 des Zwickauer Amtsgerichts, um alle Straftaten vorzulesen, die dem jungen Mann vorgeworfen werden. Neben Diebstahl in mehreren Fällen ist der 20-Jährige, der in einer Gemeinde bei Chemnitz lebt, wegen schwerer Körperverletzung und Brandstiftung angeklagt. In der Nacht des 12. November soll er die Vereinsräume der Politischen und Sozialen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna an der Dorotheenstraße 40 angezündet haben. Zuvor soll er auf alternative Jugendliche auf der Helenenstraße in Höhe der Nummer 67 mit Fäusten losgegangen sein.

Am 12. November 2010 brannte das Vereinsgebäude der Bildungsvereinigung an der Dorotheenstraße 40. Es entstand ein Sachschaden von 36.000 Euro. Die Vereinsmitglieder sind gerade dabei, die zerstörten Räume wieder herzurichten. Bis Ende dieses Jahres soll darin ein alternatives Wohnprojekt entstehen. – Foto: Andreas Seidel/Archiv

Naziparolen über Notruf

Wie ein Rechtsradikaler sah der 20-Jährige nicht aus. Im Gerichtssaal trug er ein blaues Hemd. Die Deckhaare auf seinem Kopf waren mit Gel zur Seite gekämmt, die Seiten kurzrasiert. Große Ringe steckten in den Ohrläppchen.

Allerdings soll der junge Mann bereits mehrfach rechte Parolen skandiert haben – unter anderem am 17. November. In dieser Nacht wählte er laut Staatsanwaltschaft an einem öffentlichen Fernsprecher in Limbach den Notruf der Polizei und erklärte Limbach-Oberfrohna zur „Nationalen Zone“. Dabei soll er gerufen haben: „Wir vergasen Euch, Heil Hitler.“Als Quelle der Botschaft habe er sich als „Division Limbach“ zu erkennen gegeben.

Mit einer schwierigen Lebensphase, in der er damals gesteckt habe, versuchte der Jugendliche seine Taten gestern zu erklären. Arbeitslos, von der Freundin verlassen und Alkohol: „Es hatte in dem Moment alles zusammengespielt“, erzählte er. Mittlerweile habe er aber einen festen Job, mache parallel eine Ausbildung zum Kraftfahrer und werde im März Vater. Diese Version bezweifelte Staatsanwalt Rzehak allerdings. Die Geschichte von der schwangeren Freundin habe er bereits in früheren Vernehmungen vorgebracht. Und noch im Juni dieses Jahres soll er erneut verfassungsfeindliche Parolen unter Alkoholeinfluss gerufen haben.

Den Übergriff auf die Jugendlichen an der Helenenstraße räumte der Angeklagte größtenteils ein und entschuldigte sich bei einem Betroffenen. Richtig erinnern könne er sich nicht, wie er sagte: „Ich war damals stockbesoffen.“ Nach gezielten Nachfragen von Richterin Simona Meyer bei den geladenen Zeugen, die den Angreifer in ihrer Erinnerung als durchaus zurechnungsfähig einschätzten, ergänzte er: „Wenn ich betrunken bin, kann ich noch reden und laufen.“

Während der Verhandlung behauptete der Angeklagte, dass die Jugendlichen des Vereins vorher mehrfach seine Bekannten angegriffen hätten. Warum er nicht Strafanzeige gestellt habe, wollte die Richterin von ihm wissen? Worauf dieser antwortete: „Ich habe kein Vertrauen in die Justiz gesetzt.“ Die Brandstiftung ist aus seiner Sicht nur ein Racheakt gewesen. Einer der Betroffenen wehrte sich mit Pfefferspray, nachdem ihm der Angeklagte mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Der Einsatz des Pfeffersprays ist als Akt der Notwehr eingeschätzt worden – die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage fallen lassen.

Im Gerichtssaal erklärte der 20-Jährige dennoch, dass er damals mit Schmerzen in den Augen in den Klub Eastside gegangen sei. Dort habe er dann mit anderen beschlossen, die Jugendlichen in der Dorotheenstraße aufzusuchen. Der junge Mann gab zu, in das Haus eingebrochen zu sein und einen Müllsack angezündet zu haben. Aber nach seiner Version habe er gleich versucht, die Flammen mit einem Plastikeimer wieder zu ersticken. „Ich wollte nicht das Haus anbrennen, ich wollte nur, dass die erkennen, dass was passiert.“ Über die gefundenen Sprayflaschen, die als Brandbeschleuniger die Flammen verstärkten, wisse er nichts und vermute, dass sie in dem Sack gelegen hätten.

Opferberatung begleitet Prozess

Die Leidtragenden der Angriffe werden von der Opferberatung Chemnitz begleitet, deren Mitarbeiter André Löscher am ersten Prozesstag mit im Gerichtssaal war. Nach der ersten Verhandlung sagte er: „Es ist ein gutes Signal für die Betroffenen, dass der Prozess zeitnah begonnen wurde.“ Außerdem bewertete Löscher es als positiv, dass das rechte Tatmotiv von der Staatsanwaltschaft herausgearbeitet werde.

Der Prozess wird am 12. September fortgesetzt. Die Urteilsverkündung ist für den 27. September geplant. Dem Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung mehrere Jahre Jugendhaft.

Quelle: Freie Presse 07.09.02011

Anschlag auf linken Jugendtreff Mutmaßlicher Brandstifter schweigt zum Prozessauftakt

Zum Auftakt des Prozesses wegen Brandstiftung in einem linken Jugendtreff in Limbach-Oberfrohna hat der Angeklagte vor dem Amtsgericht Zwickau weitgehend zu den Vorwürfen geschwiegen. Der 20-Jährige sagte am Dienstag, dass er sich an die Tat nicht mehr erinnern könne.

Offenbar Rache als Motiv

Der Mann muss sich wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der mutmaßliche Neonazi soll gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten im November vorigen Jahres in das Vereinshaus eingestiegen sein und Gegenstände angezündet haben. Dabei ist laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von knapp 40.000 Euro entstanden. Als Grund für die Tat sieht die Staatsanwaltschaft das Motiv der Rache. So soll der 20-Jährige vor der Brandstiftung in einen Streit mit mehreren linken Jugendlichen geraten sein, wobei einer der Männer den späteren Angeklagten mit Pfefferspray attackierte.

Jugendliche aus der linken Szene sagten unterdessen am ersten Verhandlungstag aus, dass sie wenige Stunden vor dem Brandanschlag von Angehörigen der rechten Szene, darunter dem Angeklagten, mit rechten Parolen durch Limbach-Oberfrohna gehetzt und geschlagen worden seien. Mindestens einen der Jugendlichen habe der Angeklagte dabei durch Schläge ins Gesicht verletzt.
Angeklagter soll auch Polizisten beleidigt haben

Durch das Feuer brannte ein Raum des Vereinshauses völlig aus. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten vier Personen aus einem benachbarten Haus in Sicherheit gebracht werden. Dem Angeklagten drohen zehn Jahre Jugendhaft. Für die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Neonazi sind bis Ende September zunächst vier Termine eingeplant. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wird dem Angeklagten auch der Missbrauch einer Notrufnummer in drei Fällen vorgeworfen. Der Beschuldigte soll dabei Polizisten beleidigt und mit rechten Parolen belästigt haben.

In der Region Limbach-Oberfrohna gibt es seit längerem eine aktive Neonaziszene sowie Übergriffe und Auseinandersetzungen mit Linken. In dem linken Treff hatte die „Soziale und Politische Bildungsvereinigung“ ihren Sitz. Nach dem Brandanschlag war das mehrstöckige Haus verwüstet und nicht mehr nutzbar. Der linke Verein zog in ein neues Gebäude. Dort kam es Pfingsten dieses Jahres erneut zu heftigen Auseinandersetzungen mit Neonazis.

Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/prozessbrandanschlag100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

Sachsenspiegelbericht heute

http://www.mdr.de/sachsenspiegel/video12184.html

Rechter Angeklagter erinnert sich angeblich nicht an Brandstiftung

Zum Auftakt des Prozesses wegen Brandstiftung in einem linken Jugendtreff in Limbach-Oberfrohna hat ein angeklagter Rechtsradikaler vor dem Amtsgericht Zwickau weitestgehend zu den Vorwürfen geschwiegen. Der 20-Jährige sagte am Dienstag, dass er sich an die Tat nicht mehr erinnern könne.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem der rechten Szene zugehörigen Mann vor, im November 2010 in das Jugendheim eingebrochen und dort Feuer gelegt zu haben. Dabei war das gesamte Mobiliar verbrannt, es entstand ein Schaden von fast 40.000 Euro. Auf die Spur des Angeklagten waren die Ermittlungsbehörden durch Gegenstände gekommen, die er bei seiner Flucht am Tatort verloren haben soll. Unter anderem fanden die Ermittler eine Pistole vom Typ Walther P22 sowie eine Armbanduhr.

Als Grund für die Tat sieht die Staatsanwaltschaft das Motiv der Rache. So soll der 20-Jährige vor der Brandstiftung in einen Streit mit mehreren linken Jugendlichen geraten sein, wobei einer der Männer den späteren Angeklagten mit Pfefferspray attackierte. Daraufhin soll der 20-Jährige in der Nacht in das von der linksalternativen Szene genutzte Haus eingedrungen sein und eine Matratze angezündet haben.

Jugendliche aus der linken Szene sagten unterdessen am ersten Verhandlungstag als Zeugen aus, dass sie wenige Stunden vor dem Brandanschlag von Angehörigen der rechten Szene, darunter dem Angeklagten, mit rechten Parolen durch Limbach-Oberfrohna gehetzt und geschlagen worden seien. Mindestens einen der Jugendlichen habe der Angeklagte dabei durch Schläge ins Gesicht verletzt.

Der Prozess soll am 12. September fortgesetzt werden, fünf Verhandlungstage sind eingeplant. Das Gericht hat für Beweisaufnahme mehr als 40 Zeugen geladen. Dem Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung mehrere Jahre Jugendhaft.

Quelle: http://regionales.t-online.de/rechter-angeklagter-erinnert-sich-angeblich-nicht-an-brandstiftung/id_49533238/index