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Pressemitteilung der Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V. zum Stay Rebel Festival in Limbach-Oberfrohna am 20.08.2011

Wie letztes Jahr fand auch in diesem Jahr ein alternativ-kulturelles Festival in der Innenstadt von Limbach-Oberfrohna statt – das Stay Rebel. So kamen um die 160 Personen unter dem Motto „Aufstand im Schlaraffenland“ auf dem Johannisplatz, um ein breites Bildungs- und Kulturprogramm zu genießen.

Politischer Input

Wie letztes Jahr hatten auch in diesem mehrere Organisationen, wie zum Beispiel Antifagruppen aus der Region, das Bunte Bürgerforum, die Opferberatung RAA Sachsen und weitere Initiativen, die sich für eine emanzipatorischere Gesellschaft einsetzen, die Möglichkeit an den Infoständen ihre Arbeit vorzustellen. Dabei griffen die Besucher_innen mehrmals nach dem ausgelegten Material und stellten einige Fragen. So auch bei dem Infostand unseres Vereins, der eine Kostprobe auf das zahlreiche Bildungsangebot unseres zukünftigen Infoladens „Schwarzer Peter reloaded“ geben konnte.

Weitergehend wurde den angereisten politisch-aktiven Gruppen die Möglichkeit geboten, die Bühne für Redebeiträge zu nutzen. Diese Redebeiträge wurden von sehr vielen Teilnehmer_innen sehr positiv aufgenommen, sodass die angesprochenen Themen über Ungleichwertigkeitsideologien auf großes Gehör stießen.

Ebenfalls fand auf der Bühne eine Podiumsdiskussion zum Thema „Antifaschistisches Engagement in der sächsischen Provinz“ statt. Dabei waren Vertreter_innen des Bunten Bürgerforums, der Opferberatung RAA Sachsen, des „Roten Baums“ aus Zwickau und unseres Vereins zu sehen. Die Diskussion handelte vorallem über einen Erfahrungsaustausch in Hinblick auf die Arbeit gegen Nazis in ländlichen Regionen. Letztendlich kamen die Podiumsteilnehmer_innen zu dem Ergebnis, dass fast alle Gruppen, die sich gegen menschenverachtende Ideologien einsetzen, mit den selben Problemen zu kämpfen haben: meist stößt das Engagement auf eine sture Stadtverwaltung, die jegliche emanzipatorische Arbeit als schädlich begreift. Weitergehend zerstören Nazis vieles, was mit sehr viel Mühe aufgebaut wurde. Als hilfreich im Kampf gegen Nazis wurde festgestellt, dass vorallem alternative Freiräume und eine solidarische Zusammenarbeit aller politischen Kräfte das Zurückdrängen des Neonazismus fördern.

Nicht nur die Bühne und die Infostände wurden für den politischen Bildungsprozess genutzt: zwei Referatszelte sorgten für eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen. So haben wir einen Workshop über die Verhältnisse der sächsischen Asylpolitik von der MdL Freya-Maria Klinger, einen Workshop mit dem Titel „Das Hufeisen an den Nagel hängen“ von der Roten Hochschulgruppe Chemnitz und den Workshop „Riot Girls – feministische Bewegungen“ (als Ersatz für den zuerst geplanten Workshop „Was Superman und Barbie uns vorgeben) vom Netzwerk für Demokratie und Courage angeboten. Zudem sollte der Film „Die Tragödie der Provinz“ gezeigt werden.
Dabei ist selbstkritisch zu bemerken, dass die Referatszelte im letzten Jahr wesentlich besser besucht waren – dies ist aber möglicherweise durch die geringere Teilnehmer_innenzahl zum letzten Jahr zuzuschreiben. Jedoch ist diese geringere Zahl an Besucher_innen nicht durch ein schlechteres Programm oder Ähnliches zu begründen, sondern durch die Ereignisse in Leipzig. Den Demonstrant_innen sei hierbei unsererseits große Solidarität zugeschrieben – Nazi-Kundgebungen zu blockieren ist genauso unverzichtbar, wie das Stay Rebel in Limbach-Oberfrohna.

Alternativ-kulturelle Angebote

So wie die zahlreichen anderen Stay Rebel, die bisher in Sachsen stattfanden, bewies auch das in Limbach-Oberfrohna, dass die Verbindung von Bildungs- und Kulturprogramm eine sinnvolle ist. So traten Bands aus den unterschiedlichsten Genres auf. Zuerst spielte „Berlinska Dróha“ (Akustisch/Folk) aus Berlin. Danach trat „One Step Ahead“ (Hardcore/Punk) aus Limbach-Oberfrohna als Vertretung für Attic Sounds auf. Im Anschluss kamen „Gone For Broke“ (Hardcore) aus Chemnitz auf die Bühne – folgend die oben erwähnte einstündige Podiumsdiskussion. Als letztes trat „Meniak“ (Fusion/Latin/Ska) aus Chemnitz/Dresden/Leipzig/Berlin/
Markneukirchen/Jena/Nürnberg auf. Als im Anschluss eine Feuershow gezeigt wurde, versammelten sich sogar einige der Anwohner_innen direkt vor der Bühne, um das Spektakel näher zu beobachten.

Unser Angebot nimmt in der Aufzählung einfach kein Ende: So haben wir Grafittiwände aufgestellt, eine Kinderecke organisiert und für veganes Essen und Trinken gesorgt. Vorallem die Grafittiwände und die Kinderecke wurde von vielen genutzt und lösten große Begeisterung aus.

Und unsere überdeutschen Freunde?

Störungen gab es dieses Jahr so gut wie gar keine. Einmal versuchten zwei Personen, von denen eine eindeutig als nazistisch eingestuft werden kann, mit Bierflaschen (trotz Glasflaschenverbot) dem Event beizuwohnen. Nach mehreren Aufforderungen das Gelände zu verlassen, langen Diskussionen mit Beamt_innen der Polizei und des Ordnungsamtes und zahlreichen Beleidigungen ausgehend von den zwei Störern, kamen diese endlich der Aufforderung das Festival zu verlassen nach. Weitergehend waren mehrere rechtsoffene Jugendliche um das Gelände herum gesichtet worden. Zudem wurde mehrmals versucht aus einem vorbeifahrenden Auto heraus die Teilnehmer_innen zu filmen. Letztendlich kann aber gesagt werden, dass es dieses Jahr wesentlich ruhiger als letztes Jahr war; da versuchte eine Gruppe von circa 30, eher als jung einzustufende, Gruppe an Neonazis auf das Gelände zu kommen, was erfolgreich von den Ordner_innen verhindert werden konnte.

Schlussbetrachtung

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Stay Rebel Festival Limbach-Oberfrohna 2011 ein voller Erfolg war. Besucher_innen haben das bunte und breite Programm gut genutzt und es gab so gut wie keine Störungen. Politisch aktive Gruppen wurden zusammengeführt und konnten sich austauschen, Bands konnten sich vorstellen, politische Inhalte wurden an die Teilnehmer_innen weitergetragen und wir haben mal wieder gezeigt: Wir sind in der Lage Orte zu schaffen, wo menschenverachtende Ideologien keinen Platz finden – denn diese Orte sind notwendig, um den nazistischen Mainstream innerhalb der limbacher Jugendlichen zurückzudrängen.

Am Schluss möchten wir uns bei allen Unterstützer_innen bedanken. Ohne Solidarität von allen Helfer_innen, Referent_innen, Initiativen, Bands, Ordner_innen und so weiter wäre ein Stay Rebel 2011 in so einem Ausmaß nicht möglich gewesen.
Bis zum nächsten Jahr!

Soziale und Politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.

Friedlicher Protest als Zeichengegen rechtes Denken und Gewalt

Themen wie rechte Gewalt und Prävention standen im Mittelpunkt der Veranstaltung Stay Rebel auf dem Johannisplatz


Beim Stay-Rebel-Festival auf dem Johannisplatz gestalteten Jugendliche Bilder und Anstecker.

Foto: Wiegand Sturm

Limbach-Oberfrohna. Der Johannisplatz, wie man ihn bisher noch nie gesehen hat: eine große Bühne mit Musik, zwei Zelte für Filmvorführungen und Informationsstände – dazwischen etwa 120 Jugendliche, die tanzen, diskutieren, basteln oder einfach die Sonne genießen. „Wir haben uns mehr erhofft“, resümiert Daniel Drescher von der Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna, die das Festival Stay Rebel (zu deutsch: bleib rebellisch) organisiert hat. „Gerade die neutralen Jugendlichen aus Limbach haben wir vermisst“, sagt er. Fast ein halbes Jahr Vorbereitungszeit bedurfte das Freiluft-Spektakel am Samstagnachmittag. „Wir wollen damit ein Zeichen gegen rechte Ideologien und für mehr Toleranz setzen“, sagte Moritz Thielicke, Stadtrat der Fraktion der Linken.

Damit dieses Zeichen nicht übersehen werden konnte, wurde als Austragungsort der Johannisplatz, das Zentrum der 25.000-Einwohner Stadt, gewählt. „Nach den Vorfällen der letzten Monate haben wir einen Platz gesucht, der Kundgebungscharakter besitzt und auf dem man uns nicht übersehen kann“, sagt Drescher. Das Festival wurde von der Versammlungsbehörde des Landkreises Zwickau als politische Veranstaltung genehmigt.

Die Friedlichkeit sollte durch Auflagen an die Veranstalter gesichert werden. „Hochprozentiger Alkohol, das Mitführen von Glasflaschen und das Tragen von Springerstiefeln waren untersagt“, erklärt Drescher. Außerdem hätten nur Fahnen einer bestimmten Maximalgröße mit Stiel aus Weichholz mitgebracht werden dürfen. „Mit diesen Auflagen konnten wir leben“, sagt das Vereinsmitglied. „Das einzige, was aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt war, war die kurzfristige Schlussvorgabe der Stadt.“ Bereits im März habe man das Vorhaben angemeldet. Erst Ende Juli ist laut Drescher die Genehmigung, das Festival bis 22 Uhr offen zu lassen, zurückgezogen und auf 20 Uhr begrenzt worden – wegen möglicher Ruhestörung. „Wir hatten extra 22 Uhr eine Feuershow organisiert, die unter hellem Himmel zwei Stunden früher natürlich weniger effektiv ist“, so Drescher.

Für André Löschner von der Opferberatung aus Chemnitz ist Limbach ein Ort, der eine Beispiel-Rolle für Formen des Extremismus einnimmt. „Wir verfolgen seit drei Jahren die Geschehnisse in der Stadt“, so Löschner, „die jungen Leute hier haben gute Ideen, die aber oft von vornherein mit linkem Gedankengut in Verbindung gebracht werden und dadurch kein Gehör finden.“

Manuela Weiß vom Bunten Bürgerforum sieht den Ursprung rechter Gewalt aus zwei Richtungen: „Zum einen wird den jungen Menschen in der Stadt zu wenig geboten und sie langweilen sich. Zum anderen haben oder nehmen sich Eltern immer weniger Zeit, mit ihren Kindern über die Ausmaße der rechten Problematik zu sprechen, Symbole zu deuten und Hintergründe zu beleuchten. Es ist gefährlich, wenn sich Teenager versuchen zu orientieren, aber im Elternhaus keine Aufklärung erfahren.“ Manuela Weiß wünscht sich, dass das Stay-Rebel-Festival im nächsten Jahr von einem Mitglied der Stadtverwaltung eröffnet wird, um deutlich zu machen, dass die Stadt selbst gegen rechte Ideologien und Gewalt ist.

Heidi Seidel war als Gastronomin des Cafés Meyer auf dem Johannisplatz geschäftlich betroffen vom Open Air. „Ich hatte Anmeldungen für zwei Schulanfangsfeiern, von denen eine wegen des Festivals abgesagt wurde.“ Sie selbst sei politisch zwar offen für alle Richtungen, aber gegen Veranstaltungen dieser Art. „Es ist doch provokant, so etwas direkt in der Stadt durchzuführen, und in Limbach ist es nun mal so: Wo Linke sind, sind Rechte nicht weit.“

Übergriffe zwischen beiden Gruppen blieben am Samstag aus. „Es kamen nur zwei junge Männer mit Bierflaschen über den Platz, bei denen es Diskussionen mit den Veranstaltern gab“, sagte ein Polizeibeamter, der das Festival mit seinem Kollegen betreute. Die Jugendlichen seien nach kurzer Diskussion vom Platz verwiesen worden. Die Veranstaltung sei insgesamt ruhig verlaufen. „Bereits im Vorfeld hat es Kooperationsgespräche und Regelungen mit den Veranstaltern gegeben“, erzählte der Polizist.

Ein Rentner, der das Treiben am Rand beobachtete, sagte: „Mich stören die Jugendlichen überhaupt nicht. Ich kenne aber einige, gerade in meinem Alter, denen die mit den bunten Haaren und den zerrissenen Hosen ein Dorn im Auge sind. Letztlich ist das Ganze doch ein Zeichen für die Stadt, dass jungen Menschen hier zu wenig geboten wird.“

( Von Steffi Hofmann )

Quelle: Freie Presse am 21.08.2011

Impressionen von Stay Rebel

Das Video findet ihr unter:

http://tinypic.com/player.php?v=2zhnodj&s=7

Quelle: http://moritz-thielicke.de/

Jugend-Festival auf Johannisplatz

Limbach-Oberfrohna – Unter dem Motto „Aufstand im Schlaraffenland“ findet am Samstag das Festival „Stay Rebel“ (zu Deutsch „Bleib rebellisch“) statt. Dabei wird von 13 bis 20 Uhr auf dem Johannisplatz ein breites Programm alternativer Jugendkultur geboten. Unter anderem soll es Vorträge über die sächsische Asylpolitik geben. Der Film „Die Tragödie der Provinz“ von Maik Baumgärtner wird gezeigt. Darin geht es um neonazistische Strukturen im Vogtland. Außerdem werden Workshops unter anderem über Sexismus und dessen Folgen stattfinden. Den Höhepunkt des Bildungsteils bildet eine Podiumsdiskussion, bei der antifaschistisches Engagement in Sachsens Kleinstädten diskutiert wird. Zur musikalischen Unterhaltung treten die Bands Attic Sounds, Gone For Broke, Meniak und Berlinska dróha auf. Abgerundet wird das Bühnenprogramm von einer Feuershow gegen Ende der Veranstaltung. Den ganzen Tag gibt es eine Kinderecke. Der Eintritt ist frei. (mathe)

Quelle: Freie Presse 19.08.2011

Pressemitteilung der Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V. zum Stay Rebel Festival 2011 in Limbach-Oberfrohna

Wie letztes Jahr holen wir auch in diesem Jahr das Stay Rebel Festival nach Limbach-Oberfrohna – unter dem Motto „Aufstand im Schlaraffenland“. So bieten wir mitten in der Innenstadt von 13:00 Uhr bis 20:00 Uhr ein breites und buntes Programm, um alternative Jugendkultur in Verbindung mit einem politischen Bildungscharakter in das sächsische Hinterland zu etablieren.

Dieses Festival soll wie letztes Jahr ein Zeichen gegen menschenverachtende Ideologien, vorallem gegen Nazismus, setzen. So gibt es unter anderem von der MdL Freya-Maria Klinger einen Vortrag über die sächsische Asylpolitik und dessen menschenverachtenden Charakter. Weitergehend wird der Film „Die Tragödie der Provinz“ von Maik Baumgärtner gezeigt. In diesem Film geht es um neonazistische Strukturen und Aktivitäten im Vogtland. Außerdem werden zwei Workshops angeboten: „Was Barbie und Superman uns vorgeben“ vom Netzwerk für Demokratie und Courage, sowie „Das Hufeisen an den Nagel hängen“ von der Roten Hochschulgruppe aus Chemnitz. Der erstere geht um Sexismus und dessen Folgen, der letztere um die Kritik am Extremismuskonzept.

Zusätzlich wird den verschiedensten Gruppen, die sich für eine emanzipierte Gesellschaft einsetzen, eine Möglichkeit geboten ihre Arbeit vorzustellen. Infostände von Antifa-Gruppen, vom RAA-Sachsen, vom Bunten Bürgerforum, von der Freien Arbeiter_innen Union etc. sind da nur einige Beispiele. Zudem wird es viele unterschiedliche Redebeiträge geben. Eine Podiumsdiskussion auf der Bühne, bei welcher antifaschistisches Engagement in der sächsischen Provinz diskutiert wird, bildet dabei den Höhepunkt des Bildungsteils des Festivals.

Zur musikalischen Unterhaltung wurde dieses mal wieder ein sehr buntes Programm organisiert. Es treten Attic Sounds (Garage / House / Rock), Gone For Broke (Hardcore), Meniak (Fusion / Latin / Ska) und Berlinska dróha (akustisch / Folk) auf. Abgerundet wird das Bühnenprogramm von einer Feuershow gegen Ende des Tages. Den ganzen Tag über wird es ebenfalls eine Kinderecke, warmes veganes Essen und eine Bar geben. Der Eintritt ist wie letztes Jahr natürlich frei.

Weitergehend ist zu sagen, dass wir als Veranstalter_innen Jede_n vom Festival verweisen, der_die nazistische Symbole an der Kleidung trägt, in der Vergangenheit durch menschenverachtendes Verhalten oder Äußerungen aufgefallen ist beziehungsweise diskriminierendes Verhalten auf dem Festival selbst betreibt.

Jingle zum Stay Rebel in Limbach-Oberfrohna

http://freie-radios.net/42553

Stay Rebel in Limbach-Oberfrohna

„Von der Stadt bekommen wir keinerlei Unterstützung – es ist auch keine zu erwarten.“ Trotz dieser ernüchternden Aussage organisiert die „Soziale und politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“ auch in diesem Jahr das „Stay Rebel“ – mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung.

Limbach-Oberfrohna, eine Kleinstadt im südwestlichen Sachsen, gilt seit Jahren als Hochburg der Neonazis. Hier veranstaltet die NPD 2011 zum wiederholten Male ihre „große Jahresauftaktveranstaltung“ und sitzt auch im Stadtrat. Auch neonazistische Straftaten sind an der Tagesordnung: Pöbeleien, Drohungen und gewaltsame Übergriffe auf alternative Jugendliche sowie auf Migrantinnen und Migranten. Auch das Vereinshaus engagierter Jugendlicher wird wiederholt zum Angriffsziel. Mehrfach werden Scheiben eingeschlagen, Hakenkreuze an die Wände geschmiert und schließlich, im November vergangenen Jahres, das Haus in Brand gesteckt. Die lokale und auch landesweite Politik allerdings verkennt das Problem. Sie sucht es bei den jungen Engagierten – und macht die Opfer zu den Tätern. Einmal beispielsweise wollten die Jugendlichen an Opfer rechter Gewalt erinnern und malten Umrisse von Menschen mit Kreide auf die Straße. Die Stadt holte die Feuerwehr, um die Kreidestriche wegzuspülen und zeigte die Engagierten wegen Sachbeschädigung an. Der nächste Regen hätte es wohl nicht getan.

Engagieren statt wegschauen

Die Situation in Limbach-Oberfrohna ist also besorgniserregend. Im Oktober 2008 aber gründeten diese engagierten Jugendlichen die „Soziale und politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“, die sich hohe Ziele gesteckt hat. Dazu gehören unter anderem „ein friedliches Miteinander zu fördern“, „fremdenfeindliche, sexistische, gewaltverherrlichende und menschenverachtende Strukturen in der Gesellschaft zu bekämpfen“ und „insbesondere jungen Menschen bei ihrer politischen Meinungsbildung zu unterstützen und ihnen demokratische Werte zu vermitteln“. Ganz in diesem Sinne planen die Vereinsmitglieder nicht nur Vorträge, Diskussionsrunden und Demonstrationen, um so die demokratische Kultur zu stärken, sondern auch das sogenannte „Stay Rebel Festival“. Unter dem programmatischen Namen „Stay Rebel“ findet seit 2007 jährlich in einem Park in Chemnitz, seit 2009 auch in anderen Städten in den neuen Bundesländern und 2010 erstmals auch in Limbach-Oberfrohna, dieses alternative Festival statt. Die Vereinsmitglieder, die zumeist Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende sind, wollen die Bürgerinnen und Bürger von Limbach-Oberfrohna auf die Probleme ihrer Stadt aufmerksam machen und zeigen, dass gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie vorgegangen werden muss. Dafür wird unter dem Motto „Aufstand im Schlaraffenland“ ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt.

Das Festivalprogramm

Die Festivalbesucherinnen und -besucher erwartet auf einer Bühne ein abwechslungsreiches Musikprogramm, bei dem die angekündigten Bands Attic Sounds, Gone for Broke, Meniak und Berlinska dròha von Rock über Hardcore bis hin zum Folk für jeden Geschmack etwas bieten. Dazwischen wird es eine Podiumsdiskussion geben, um die Entwicklungen in Limbach-Oberfrohna zu thematisieren. An dieser werden sich Vertreterinnen und Vertreter vom Netzwerk Tolerantes Sachsen, vom Bürgerforum Limbach-Oberfrohna, von der RAA Sachsen und von der sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna beteiligen. Des Weiteren präsentieren verschiedene Organisationen und Bündnisse ihre Arbeit an Informationsständen. In Zelten rund um die Bühne werden Workshops zum Thema Sexismus, unter dem Titel „Was Superman und Barbie uns vorgeben“ vom Netzwerk für Demokratie und Courage Chemnitz und zur Kritik am Extremismusbegriff, unter dem Titel „Das Hufeisen an den Nagel hängen“ von der roten Hochschulgruppe Chemnitz angeboten. Auch Vorträge zu verschiedenen Themen, unter anderem zur sächsischen Asylpolitik und die Vorführung des Films „Tragödie der Provinz“ stehen auf dem Programm. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt die Durchführung der geplanten Workshops. Für das leibliche Wohl wird in der KÜFA (Küche für alle) gesorgt, an die Kinder wird in einer Bastelecke, bereitgestellt vom Alternativen Jugendzentrum Chemnitz, gedacht und Jugendlichen wird eine Sprühwand zur Verfügung gestellt. Zum Abschluss des Festivals wird wie im letzten Jahr eine Feuershow geben.

Die Organisation

Das Festivalprogramm klingt nicht nur vielversprechend, sondern auch nach viel Organisations- und Zeitaufwand. Daniel Drescher, Mitglied der sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna, sagt dazu: „Die Organisation war dieses Jahr auf jeden Fall leichter. Weitergehend profitieren wir natürlich aus den geknüpften Kontakten vom letzten Jahr. Wir wissen dieses Jahr auch, auf was wir achten müssen.“ 2010 wurden der Bildungsvereinigung bei der Organisation von Seiten der Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna wiederholt Steine in den Weg gelegt. Mehrfach wurde das Festival im Vorfeld verboten, zweimal musste es deshalb verschoben, die Planung jedes Mal von vorne begonnen und die Genehmigung letztlich mit juristischer Unterstützung erkämpft werden. Erfreulicherweise gab es in diesem Jahr nach Auskunft von Daniel Drescher „noch keine nennenswerten Hürden“. Die schriftliche Genehmigung liegt bereits vor, aber Ende Juli steht noch das Kooperationsgespräch mit der Versammlungsbehörde an. „Es wird sich zeigen ob da noch ein Rückschlag behördlicher Seite folgt – so wie wir es eigentlich in Limbach gewohnt sind. Aber bis jetzt sieht es gut aus.“, so Daniel Drescher weiter. Was die Teilnehmerzahl betrifft ist der Verein zuversichtlich. Mit einer Steigerung ist auf jeden Fall zu rechnen, denn durch das Festival im letzten Jahr hat sich der Bekanntheitsgrad erhöht. Es könnten zwischen 400 und 500 Interessierte der Einladung nach Limbach-Oberfrohna folgen. Seit der Gründung der sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna vor drei Jahren beweisen die engagierten Jugendlichen ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen – und das nicht nur gegenüber der örtlichen Neonaziszene, sondern auch gegenüber der Stadtverwaltung.

Das wichtigste noch mal zum Schluss: Das diesjährige Stay Rebel findet am 20. August 2011 auf dem Johannisplatz in Limbach-Oberfrohna zwischen 13 und 22 Uhr statt. Wie im letzten Jahr ist der Eintritt frei. Also sei dabei und bleib rebellisch!

Von Katharina Weile

Quelle: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/stay-rebel-in-limbach-oberfrohna/

Flyer, Sticker und Poster sind für das Stay Rebel Limbach-Oberfrohna 2011 da!

Flyer für 2011:

Poster für 2011:

Sticker für 2011:

Quelle: http://srlo.blogsport.de/

Stay Rebel Limbach-Oberfrohna im Internet!

Ab Heute gibt es einen Internet-Blog zum Stay Rebel Festival in Limbach-Oberfrohna. Auf diesen Blog findet ihr alle aktuellen Informationen rund um das Stay Rebel in der Provinz-Stadt.

Quelle: http://srlo.blogsport.de/

Limbach-Oberfrohnaer Stay Rebel auf Myspace

Ab sofort gibt es eine Myspace-Seite zum Stay Rebel, was 2011 wieder stattfinden soll. Wir sind schon heftig am planen, also schaut immer mal nach aktuellen Infos auf: http://www.myspace.com/563523338